Foto: Wegen Totschlags vor dem Göttinger Landgericht: der 43-jährige Arbeitslose (M.) mit seinem Strafverteidiger Jürgen Ahrens (l.).
Göttingen/Gieboldehausen.
Wegen Totschlags steht seit gestern ein 43-jähriger Mann vor dem Göttinger Landgericht: Er soll in der Silvesternacht 2009/2010 in Gieboldehausen seine 36-jährige Ehefrau mit Würgegriffen und Tritten an den Kopf und in den Bauch so brutal malträtiert haben, dass sie kurz danach starb. Der Mann, der nach der Tat selbst die Polizei rief, streitet die Tat ab. Eine Schlüsselrolle in dem Verfahren kommt offenbar einem achtjährigen Jungen zu, der das Ehepaar bei seiner Auseinandersetzung in der Souterrainwohnung in Gieboldehausen beobachtete. Seine auf Video aufgezeichnete Aussage soll jetzt im Laufe der Verhandlung im Gerichtsaal vorgeführt werden, um dem Jungen einen Zeugenauftritt vor Gericht zu ersparen.
36-jährige Ehefrau in der Silvesternacht zu Tode getreten
Göttingen (hein).
Noch schweigt der Angeklagte zu der schrecklichen Nacht beim Jahreswechsel 2009/2010: Auf besonders brutale Weise soll der 43-jährige Arbeitslose seine 36-jährige Ehefrau in der Silvesternacht umgebracht haben. Seit gestern wird dem Mann wegen Totschlags vor dem Göttinger Landgericht der Prozess gemacht.
Das Paar war erst ein Jahr vor der Tat nach Gieboldehausen gezogen, die Kinder waren anderweitig untergebracht. Betrunken sollen die beiden Eheleute gewesen sein, als sie in der Nacht zum 1. Januar 2010 in der ehelichen Wohnung in einem Mietshaus in der Edith-Stein-Straße anein-andergerieten. Mit brachialen Würgegriffen und Tritten in den Bauch und an den Kopf soll der 43-Jährige die vierfache Mutter verletzt haben, bis die Frau schließlich an inneren Blutungen starb, so die Anklage der Staatsanwaltschaft.
Danach, am Neujahrstag um 3.13 Uhr morgens, alarmierte der Mann die Polizei. Als die Beamten eintrafen, gab er allerdings zunächst an, seine Frau sei gestürzt, verwickelte sich aber schnell in Widersprüche. Eine Obduktion brachte es an den Tag, dass die 36-Jährige durch massive Gewaltanwendung ums Leben gekommen war. Bis jetzt streitet der Mann, der zurzeit im Rosdorfer Gefängnis einsitzt, die Tat ab. Vor Gericht wollte sich der Angeklagte gestern nicht äußern.
Für einen späteren Zeitpunkt kündigte sein Verteidiger Jürgen Ahrens jedoch eine Erklärung an. Licht ins Dunkel der Tatnacht soll im Zuge der weiteren Prozessführung ein Achtjähriger bringen: Der Junge hatte in der Nacht ins Fenster der Souterrainwohnung des streitenden Ehepaars geblickt und etwas von der heftigen Auseinandersetzung mitbekommen. Vor einer Videokamera hat er mittlerweile seine Beobachtungen geschildert. An einem der nächsten Verhandlungstage soll das Video nun im Gerichtssaal gezeigt werden – damit erklärten sich Staatsanwaltschaft und Verteidigung einverstanden.
Dem Jungen soll eine Aussage vor dem Landgericht zunächst erspart werden – nur wenn sich Widersprüche ergeben, wird er als Zeuge im Gerichtssaal auftreten müssen. Das Gericht deutete an, dass für den Angeklagten auch die Einweisung in eine Entziehungsanstalt in Betracht kommt.
Bei den Ermittlungsbehörden ist der Mann kein Unbekannter: In Niedersachsen ist er bereits wegen Körperverletzung und Eigentumsdelikten in Erscheinung getreten. Erst im Herbst 2009 war er zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden, weil er seine Frau verprügelt hatte. Fortgesetzt wird der Prozess am Montag, 10. Mai. Das Strafmaß für Totschlag liegt bei 15 Jahren Haft. Ein Video vom Prozessauftakt gibt es im Internet unter
www.goettinger-tageblatt.de.
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